Theatergottesdienst – So ein Theater?

Theatergottesdienst – So ein Theater?

Theatergottesdienst – So ein Theater?

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Theatergottesdienst – So ein Theater?

Wir haben schon mehrere Formen von Gottesdiensten kennenlernen dürfen: Tanz-, Sing-, meditative Gottesdienste. Am 19. April war es ein Theatergottesdienst. 

Eigentlich ist so eine Präsentation etwas sehr Altes, aber inzwischen Verlorengegangenes. Denn in Zeiten, in denen die Menschen noch nicht lesen konnten (und auch nicht durften!), wurden ihnen Szenen aus der Bibel oder Heiligenlegenden vorgespielt. Erhalten hat sich davon noch das gelegentliche Passionsspiel.

Nun ist der szenische Ablauf wieder zurückgekehrt. Und zwar eingebettet in den liturgischen Ablauf durch Pfarrer Brost, mit Gemeindegesang und Abendmahl passend zum Thema:

Und ich lächle im Dunkel des Lebens … das alles Traurige Lügen straft.

Geboten wurden u.a. Texte von Häftlingen oder deren Angehörigen - oft als Briefe an den Seelsorger bzw. festgehaltene Emotionen aus der Schreibwerkstatt in Stein - dramaturgisch aufbereitet. 

Ein steter Wechsel zwischen dem gesprochenen Wort und passenden musikalischen Darbietungen boten Platz, die gehörten Impressionen zu verarbeiten. Die Ausführenden war eine Gruppe von in unserem Fall zwei Musikerinnen und einer Schauspielerin, die sich während des Lock downs zusammengefunden haben und nun die Idee weiterführen. 

Das Abendmahl wurde sehr ähnlich dem einer Haftanstalt gehalten: mit Tunken der Hostie, allerdings bei uns auch in Wein. In den Justizanstalten ist natürlich strengstes Alkoholverbot.

Nach dem Gottesdienst hat Pfarrer Brost zu einem moderierten Nachgespräch geladen, in dem zu erkennen war, wie wichtig die diakonische Arbeit in diesem Bereich ist, und zwar für Häftlinge, aber auch ihre Angehörigen und auch die Beamten/Beamtinnen nicht zu vergessen und wie weit sich die Vorstellung im Allgemeinen von der Realität im Seelsorgebereich unterscheidet. 

Die Kollekte wurde dem neuen Projekt Häftlingsunterstützungsverein Sonnberg gewidmet. Dadurch versuchen wir nach Anregung durch unseren Vikar und Seelsorger der JA Sonnberg Armin Aigner völlig beziehungslosen Häftlingen, also solchen, die nie Besuche, Briefe oder Pakete bekommen, ein bisschen unter die Arme zu greifen. Vor allem zu Weihnachten sollen sie nicht vergessen sein!

Ingrid Oblak

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