Begegnung mit Shura Lipovsky und Marjolijn van Roon

Begegnung mit Shura Lipovsky und Marjolijn van Roon

Begegnung mit Shura Lipovsky und Marjolijn van Roon

# Veranstaltungen

Begegnung mit Shura Lipovsky und Marjolijn van Roon

Wie bereits in den Jahren 2016 und 2019 waren die international bekannte Friedensbotschafterin Shura Lipovsky diesmal gemeinsam mit der Flötistin Marjolijn van Roon vom 11. bis 14.6.2026 Gäste der Evangelischen Pfarrgemeinde Stockerau.

Video "Shura Lipovksy in Stockerau 2026"

Das diesjährige Programm bestehend aus Konzert, Weg der Erinnerung, Workshop und Friedensdialog fand in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Pfarrgemeinde, Ulli Bixa und dem Tanznetzwerk Choretaki statt.

Shura Lipovsky setzt sich als Friedensbotschafterin mit Gesang, Tanz und Geschichtenerzählen für den interreligiösen Dialog ein, vermittelt durch mystische Melodien, Meditation und Bewegung tiefe Einblicke in chassidische Lehren und die Kabbalah. Sie arbeitete mit spirituellen Führern verschiedener Religionen zusammen. Ihre Stiftung MAGID – Haus des goldenen Pfau – ist ein Haus des Friedens und wendet sich an alle, die Interesse an jüdischer Kultur haben, ihr höchstes Ziel ist die Schaffung von Harmonie und der Erhalt der Menschlichkeit.

Marjolijn van Roon ist eine niederländische Blockflötistin und Musikwissenschafterin. Sie hat in ganz Europa, den USA und Japan Konzerte und Meisterkurse gegeben.

„Shura in Concert“– jiddische Lieder und Geschichten zum Thema Liebe – die Welt ist voll Kummer, aber trotzdem ist da die Liebe, unsere einzige universelle Sprache

Neben ihrem meisterhaften Gesang und ihrer unmittelbaren Präsenz schafft es Shura Lipovsky mit ihren Liedern und Geschichten, auch bei schwierigen Themen einen positiven und hoffnungsvollen Blick zu vermitteln. Manch locker und lustig erzählte Geschichte enthüllt bei näherer Betrachtung tiefe Einblicke in die menschliche Seele. Die Herzen berührte Marjolijn van Roon mit ihrem Flötenspiel und ganz besonders mit der rumänischen Kavalflöte.

Weg der Erinnerung – Jüdisches Leben in Stockerau – Besichtigung des Jüdischen Friedhof begleitet von Frau Dr. Andrea Riedler

Einfühlsam und voll Engagement widmet sich Frau Dr. Riedler der geschichtlichen Aufarbeitung dieses dunklen Teils der Geschichte und der Erhaltung und Pflege des Friedhofs als Erinnerung an Menschen, die unter uns gelebt haben. Sie war auch maßgeblich an dem Projekt „Steine der Erinnerung“ beteiligt, wobei an 18 Orten Erinnerungssteine in den Gehsteig verlegt wurden, um die Spuren des verschwundenen jüdischen Lebens in Stockerau deutlich sichtbar zu machen. Unmittelbar vor der evangelischen Kirche – ursprünglich jüdische Synagoge – steht ein Gedenkstein, der an die Reichsprogromnacht erinnert, mit der Aufschrift: „Dieses Gotteshaus erinnert an die furchtbare Geschichte der gezielten Vernichtung der Juden. Der gemeinsame Glaube an den einen Gott verbindet Juden und Christen.“

 Workshop nach dem Modell „The Meditative Voice“ Thema: Der Baum des Lebens und die großen Fragen des Hiob, wie das Leben aufbauen und trotz allem Hoffnung bewahren mit Shabbat-Feier und gemeinsamem Abendessen

Die traditionelle Shabbat-Feier beginnt am Freitagabend zu Hause im Wohnzimmer (unser Gemeindesaal wurde kurzfristig zum Wohnzimmer umfunktioniert) mit dem Anzünden von 2 Kerzen, dem Gebet Schalom Aleichem (Friede sei mit euch), gefolgt vom Shabbat-Segen über Wein (Kiddusch) und Brot (Motzi), dem Brechen und Verteilen von koscherem Brot und Wein und einem anschließenden Festmahl, wofür diesmal dankenswert Stockerauer Frauen sorgten.  Durch das Wegfallen von jeglicher Arbeit lässt der Tag viel Zeit für Familie, Freunde und spirituelle Betätigung. Im Christentum entstand die Feier des Sonntag aus dem jüdischen Shabbat. Der Shabbat endet am Samstag mit Eintritt der Dunkelheit.

Über Singen jüdischer mystischer Melodien (Nigunim), jiddischer Lieder, Meditation und Bewegung vermittelte uns Shura neben viel Humor auch tiefe Einblicke in chassidische Lehren und die Kabbalah.  Hiob, der mit Gott gerungen hat und dem alles Eigene zerschlagen wurde, hat alles gewonnen, indem er sich auf Gott einließ und sich von ihm überwältigen ließ. So können auch wir darauf bauen, dass Gott Vertrauen in uns hat, auch schwere Situationen zu meistern. Auch Glaubende können stolpern, aber sie stolpern Gott entgegen.

Die Kabbalah ist die mystische Tradition des Judentums. Sie versucht, die verborgene Natur Gottes und den tieferen Sinn unseres Daseins zu ergründen. Ein zentrales Konzept ist der Lebensbaum (Sefirot), der die 10 göttlichen Emanationen darstellt, durch die sich das Unendliche in der materiellen Welt offenbart. Grundlage des Lebensbaumes ist die Liebe.

Friedensdialog – Gemeindegottesdienst unter Mitwirkung von Shura Lipovsky und Marjolijn van Roon mit anschließender Gesprächsrunde

Innig vorgetragenes gesungenes Gebet von Shura Lipovsky, wunderbares Flötenspiel von Marjolijn van Roon - begleitet von der Organistin Melitta Ebenbauer und die einfühlsamen Worte von Pfarrer Christian Brost zum Thema Liebe als unsere einzige universelle Sprache, erzeugten eine Gewissheit, dass dieses Gotteshaus zu Recht den Namen „Friedenskirche“ trägt und sich der Ökumene verpflichtet sieht.

Die anschließende Gesprächsrunde befasste sich mit den grundlegenden Fragen des Lebens und des Gottvertrauens. Tiefe Gedankengänge wie „Gott braucht den Menschen um sich Gestalt zu geben“ standen im Raum.

Spirituell gestärkt, nachdenklich und mit großer Dankbarkeit verabschiedeten wir uns von Shura und Marjolijn.

Es ist möglich Shura Lipovsky via Zoom einmal im Monat zu erleben:

Link zum Online-Workshop mit Shura Lipovsky 

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