7 Fragen an Nikolaus Ludwiczek

7 Fragen an Nikolaus Ludwiczek

7 Fragen an Nikolaus Ludwiczek

# Gott & die Welt

7 Fragen an Nikolaus Ludwiczek

1. Lieber Nikolaus, die meisten Gemeindeglieder kennen Dich wahrscheinlich nicht. Kannst Du als Erstes erzählen, seit wann und wie Du zu unserer Pfarrgemeinde gehörst? 

Meine Eltern sind bald nach meiner Geburt nach Stockerau gezogen. Ich gehe also schon immer in dieStockerauer Kirche. Allerdings war mein Vater evangelisch H.B. und Mitglied in der reformierten Pfarrgemeinde Wien Innere Stadt. Deshalb bin auch ich H.B.. Erst als die Stockerauer Gemeinde zu einer gemeinsamen Pfarre A.und H.B. wurde, konnte ich offiziell Mitglied in Stockerau werden. Das war 2007.

Schöne Erinnerungen habe ich an den Kindergottesdienst mit der Pfarrerin Heidi Satorius. Wir Kinder sind nach der Liturgie immer nach vorne gerufen worden und dann mit einem Jugendbetreuer in den Gemeindesaal gewechselt. Dort haben wir dann kindgerecht die Geschichten aus der Bibel gehört.

2. Du bist bei der Diakonie in einer führenden Position. Erzähle uns doch etwas von deinem beruflichen Werdegang.

Ich habe BWL an der WU studiert und wollte damit auf irgendeine Art die Welt retten. Das ist ein eherunübliches Vorhaben und es war von mir auch nicht durchdacht. Jetzt bin ich kaufmännischer Geschäftsführer in einer Organisation, die wirklich für die Menschen da ist: von den Kleinsten im Kindergarten bis zur Begleitung im Hospiz, von Österreich bis in die Krisen -und Kriegsgebiete der Welt. Hierfür Verantwortung zu haben, ist für mich eine ganz besondere Aufgabe.

Zwischen BWL-Studium und Diakonie war ich in der Forschung tätig und habe mich mit der Klimakrise und erneuerbarer Energie beschäftigt. Danach habe ich bei den Organisationen Arche Noah und Südwind gearbeitet. Und mein Studentenjob war Schafe scheren. Das mache ich heute noch als Hobby.

3. Könnte es sein, dass Du als junger Erwachsener ein „Wilder Hund“ warst? (gemeint sind abenteuerliche Unternehmungen)

(Lacht.) Das behauptet wahrscheinlich meine Mutter. Wie gesagt, habe ich ja BWL studiert. In den Sommerferien habe ich aber keine Praktika in Banken gemacht, sondern bin lieber auf Bauernhöfe gefahren und habe dort im Stall mitgeholfen. Ich habe mir viel von der Welt angeschaut, war aufAuslandsemester in Frankreich und zweimal auf Forschungsreise in Brasilien. Ich war dabei aber nie - oder vielleicht manchmal aus Versehen - ein Draufgänger. Das meiste habe ich mit sehr viel Bedachtgemacht.

4. Du bist der einzige mir bekannte Mensch, der 2-fach konfirmiert wurde. Wie kam es denn dazu?

Das hat damit zu tun, dass ich H.B. bin und lange Zeit kein offizielles Mitglied in der StockerauerPfarre war. Ich bin in der vierten Klasse Gymnasium trotzdem mit meinen hiesigen Freunden und Freundinnen in den Konfirmationsunterricht gegangen und in Stockerau von Pfarrer Rudolf Breckner konfirmiert worden. Zwei Jahre später bin ich dann auch in der reformierten Gemeinde in Wien inden Konfirmationsunterricht gegangen. Ich habe das sehr gern gemacht und ich fand auch, dass ichmit fünfzehn Jahren mehr aus dem Unterricht mitnehmen konnte als mit dreizehn. Ich bin aber nur einmal konfirmiert.

5. Was an unserer Pfarrgemeinde magst Du besonders?

Obwohl ich schon lange in Wien wohne, komme ich nach wie vor gerne nach Stockerau in den Gottesdienst. Ich freue mich stets auf die Predigten unseres Pfarrers Christian Brost. Die regen mich an, über die Bibelund meinen Glauben nachzudenken und einen Umgang mit dem zu finden, was in der Welt passiert.

6. Was an unserer Pfarrgemeinde würdest Du gerne ändern?

Das ist etwas, was nicht nur unsere Pfarrgemeinde betrifft: Ich würde mir mehr moderne und freudvolleLieder wünschen. Deshalb gehe ich auch so gerne in den Familiengottesdienst. Von mir aus könnten wir jeden Sonntag „Danke für diesen guten Morgen“ singen - oder andere Ohrwürmer.

7. Wenn Du 3 Wünsche für unseren Planeten frei hättest – welche wären das?

Naja, die Erde wird uns Menschen schon überstehen. Die Frage ist eher, was wir Menschen tun können, um die Erde als einen für uns bewohnbaren Planeten zu erhalten. Für Stockerau wünsche ich mir eine belebte Innenstadt, wo man zu Fuß oder mit dem Rad die Geschäfte, Cafés und das Kino erreicht. Eine sozial und ökologisch intakte Gesellschaft trägt zu einer standhaften Demokratie und zu Frieden bei. Das wünsche ich mir für Stockerau, für Österreich und die ganze Welt.

Dr. Nikolaus Ludwiczek ist seit September 2025 stellvertretender Geschäftsführer der Diakonie Österreich, dem Dachverband aller 28 diakonischen Werke und Vereine. Zur Diakonie Österreich gehören die entwicklungspolitische Aktion „Brot für die Welt“ und die Diakonie Katastrophenhilfe.

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