02/02/2026 0 Kommentare
… und ganz gewiss an jedem neuen Tag
… und ganz gewiss an jedem neuen Tag
# Veranstaltungen

… und ganz gewiss an jedem neuen Tag
Die Jahresrückblicke auf 2025 in den verschiedenen Medien haben eines gemeinsam: viel Schrecken und Entsetzen über die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, Krisen und Kriege, und damit verbunden viele Sorgen für das neue Jahr.
Auch im Altjahres-Gottesdienst, den Vikar Armin Aigner mit uns feierte, wurden das Schwierige nicht beschönigt, aber es war erfreulich konstruktiv und stimmte uns schließlich zuversichtlich, wie Armin uns das vergangene Jahr “verarbeiten” ließ. Was uns misslungen ist oder wir an Leidvollem erfahren haben, versenkten wir als Steine im Wasser(becken). Gelungenes, Schönes, Hoffnungsvolles aber schrieben wir auf grüne Blätter, die auf einem Baum vor dem Altar befestigt wurden, um so zu verbildlichen, wie diese guten Erfahrungen auf unserem Lebensbaum auch in die Zukunft hinein wachsen.
Optimistisch ließ es einen auch werden, wenn man die zwei hochmusikalischen Brüder Micha und Emil Petri an der Trompete und Orgel im Gottesdienst erlebte. Die beiden spielten einfach hin- und mitreißend, dass es eine rechte Freude war. Wohl ausgewählt war die Musik freilich auch:
- Von den “guten Mächten” schrieb Dietrich Bonhoeffer, als er seine Ermordung durch die Nazis bereits vor Augen hatte, an seine junge Verlobte, und er tröstete sie und sich selbst mit der Gewissheit, dass die guten Mächte Gottes als “Licht in der Nacht” scheinen werden - am Abend und am Morgen und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
- Louis Armstrong schrieb seine berühmte Nummer “What a wonderful world” angesichts des Vietnamkriegs und des damit verbundenen vergifteten Klimas in Amerika. Er besang die Schönheiten der Welt, die Freundschaft unter Menschen und heranwachsende Kinder, die mehr Möglichkeiten als je zuvor haben (können), und denkt sich dabei: “What a wonderful world!”
- Und in “When the saints go marching in” schließlich besingt Armstrong die Hoffnung, am jüngsten Tag in der Reihe der Gläubigen in den Himmel hinein marschieren zu werden”.
Nach dem Gottesdienst gab es, wie es sich zu Silvester gehört, Sekt und ein freundliches Miteinander. Und für mich persönlich eine besonders schöne Erinnerung: Meine Tochter hat zu Ihrer Überraschung - knapp vor Beginn des Gottesdienstes - von einem lieben Menschen ein schönes Geschenk erhalten. Sie dankte (ihm) auf ihre Weise, indem sie auf ihr grünes Blatt schrieb: “Danke für meinen neuen Bruder.”
Andreas Andel
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