20/05/2026 0 Kommentare
Jahresbericht 2025
Jahresbericht 2025
# Internes

Jahresbericht 2025
Unser Lebensraum „Evangelisch im Weinviertel – Gott sei Dank“ bietet sichtbar, hörbar und spürbar Platz für viele verschiedene Menschen. Wir dürfen sagen, dass sich Menschen bei uns auch willkommen fühlen, angenommen, so wie sie sind. Wir suchen als Pfarrgemeinde aber auch selbst den Kontakt zu anderen, um Begegnung zu pflegen und aus einem Nebeneinander ein Miteinander werden zu lassen.
Besondere Begegnungen waren 2025 zum Beispiel der Besuch am Bruderhof Retz beim Gemeindeausflug, mit der orthodoxen Gemeinde und Schwester Raphaela vom Kolomanskloster in unserer Spillerner Kirche und später in der Friedenskirche, beim Gottesdienst im Grünen bei der Retzer Windmühle, bei der Konfirmation, bei den „Etwas anderen Weihnachtsgeschichten“ oder bei unserer Friedenssäule beim kath. Dekanatspilgerweg.
Der Meditationstreff fand einmal in der Friedensstupa in den Grafenwörther Weinbergen statt – Schweigen an einem besonderen Kraftplatz.
Das Jahr der Kirchenmusik war dank Melitta Ebenbauer und Emil Petri deutlich zu hören. Hochkarätige musikalische Ereignisse wie z.B. „Orgel und Klavier im Duett“, Kantatengottesdienst mit Bach, Singgottesdienst und Chorworkshop ergänzten die ohnehin schon großartige sonntägliche musikalische Unterstützung der Gottesdienste. Besonders der
21. September ließ uns Staunen, über Bach, Denis Bèdard, César Franck, deren Werke die Amtseinführung von Vikar Armin Aigner zu einer großen Feier werden ließen. Auch der 19. Oktober ist mir besonders in Erinnerung, als uns u.a. romantische Klänge und Gesang von Händel anlässlich der Eröffnung der Vernissage von Ingrid Moldaschls Textilkunst „Piece me back together“ verzauberten. Einen großen Dank all den engagierten MusikerInnen!!!
Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit ist der neue WhatsApp-Kanal unserer Pfarrgemeinde zu erwähnen, der schonüber 60 Follower hat – Tendenz steigend. Der Kanal bildet eine moderne Ergänzung zum Newsletter, der Homepage und den Gemeindenachrichten.
Baulich konnte in Hollabrunn mit großem persönlichen Einsatz von Claudia und Michael Lambeck und Martin Kuchler die Sanierung einiger baulicher Probleme im Bereich des Gemeindesaals angegangen werden.
An der Fassade der Friedenskirche wurde der alte Schriftzug „Lutherkirche“ provisorisch entfernt. Die Planung derNeugestaltung der Fassade beschäftigte uns 2025 immer wieder. Im Innenraum der Friedenskirche wurden Strahler montiert, damit der vordere Bereich des Altarraums besser ausgeleuchtet werden kann.
Im diakonischen Bereich ist besonders das Engagement für die Gefängnisseelsorge hervorzuheben, wo unserePfarrgemeinde den leider aus Personalgründen aufgelösten
Häftlingsunterstützungsverein Sonnberg wenigstens an der einen oder anderen Stelle ersetzen können sollte. Auch der Theatergottesdienst im April 26 ist dem Thema Gefängnisseelsorge gewidmet.
Wir haben unser aus 2007 stammendes Leitbild überarbeitet, sodass nun die Friedensarbeit darin vorkommt. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich mit dem erneuerten Leitbild inhaltlich im Herbst und legte damit demPresbyterium einiges zum Nachdenken vor die Füße. Der Gottesdienst im weiteren Sinn rückte in den Fokus. Insbesondere die Sprache in der Kirche und die Form der Gottesdienste waren dann auch Thema der Presbyterklausur 2026.
Personell gab es 2025 eine bedeutende Veränderung, weil unser langjähriger Schatzmeister Helmut Montsch sein Amt an Andreas Andel weitergab. Helmut Montsch ist ein besonderer Mensch, ein Freund. Immer pflichtbewusst achtete er Jahrzehnte auf die Finanzen der Pfarrgemeinde; kein Cent ging verloren. Nicht selten musste er einmahnendes Wort erheben, um die Einhaltung der notwendigen budgetären Strenge einzufordern. Und das tat er – Gott sei Dank – mit Ruhe, Sachlichkeit, Augenmaß und manchmal auch mit ein bisschen Humor. Ich durfte miterleben, wie Helmut Montsch jede Gelegenheit nutzte, um spirituell und persönlich zu wachsen und wie wichtig ihm unsere Gemeinschaft ist. Auch bei schwierigen Themen und Entscheidungen war er Garant für ein geschwisterliches Miteinander. Dass nun Andreas Andel Schatzmeister ist, sei ihm zutiefst gedankt. Das Amt erfordert schließlich nicht nur Können, sondern auch stetige ehrenamtliche Mitarbeit über Jahre.
Mit großer Freude haben wir ab September unseren Lehrvikar Armin Aigner bei uns willkommen geheißen. Er verstärkt unser Team für ein Jahr mit seinem schier endlos scheinenden Tatendrang, Witz und Wissen.
Dennoch steht im Presbyterium, bei den Lektorinnen, in der Seelsorge und in der Gemeindevertretung die mittelfristignotwendige personelle Verjüngung noch aus. Wir arbeiten daran, hier nachhaltige Perspektiven zu eröffnen.
2026 wollen wir 75 Jahre Pfarrgemeinde feiern und dabei die dann hoffentlich neue Fassade der Friedenskirchegenießen. Besonders freue ich mich auch auf ein Wochenende im Zeichen der Friedensarbeit mit der jiddischen Sängerin und Friedensbotschafterin Shura Lipovsky. Konzert, geführter Stadtspaziergang, Friedensdialog und Workshop werden im Juni angeboten.
Finanziell steht unsere Pfarrgemeinde solide da.
Zum Jahresende 2025 erzielten wir
- im ordentlicher Haushalt
- Einnahmen: 91.362,01 EUR (knapp 13.000 über Budget)
- Ausgaben: 57.288,69 EUR (knapp unter dem Budget)
- einen Vermögensstand von:
- Konten: + 83.088,68 EUR
- Offene Forderung (Kredit): 21.252,55 EUR
Die Schulden konnten nun vollständig beglichen werden. Mittelfristig ist aber aufgrund der kontinuierlich sinkenden Mitgliederzahlen mit einer finanziellen Anspannung der Situation zu rechnen.
Für 2026 haben wir budgetiert:
- im ordentlichen Haushalt Einnahmen von 84.570 EUR und Ausgaben von 71.150 EUR
- an Großprojekten (Kirchenfassade inkl. Kreuz) Ausgaben von 27.000 EUR
- einen Vermögensstand zum Jahresende 2026 von ca. 48.000 EUR (also ca. 14.000 EUR geringer als Ende 2025)
Großen Dank an unsere KB-Referentin Christine Andel und unseren Schatzmeister Andreas Andel!
Letztlich möchte ich noch das besondere, weit über das „Muss“ hinausgehende Engagement unseres Pfarrers Christian Brost hervorheben. Er und seine liebe Frau Karin sind der aktive, freundliche und achtsame Kern unseres MitarbeiterInnenteams, bereiten (Familien)Gottesdienste, Friedensgebete, Meditationen und vieles mehr vor und machen liebevoll Jugendarbeit. Danke dafür!
Weiterhin gilt: Wir sind gespannt, wohin uns die Beschäftigung mit dem Frieden, die Begegnung mit den Menschen und mit Gott noch führen wird.
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Kurator Gert Lauermann
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